„Hohe Kinder- und Jugendarmut in Bayern ist ein Skandal“

582.858 Kinder und Jugendliche in Bayern sind finanziell benachteiligt

„Der heute von der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit veröffentlichte Monitor Jugendarmut veranschaulicht einen in der Öffentlichkeit zu wenig beachteten Skandal: die verglichen zur Gesamtbevölkerung hohe Armutsgefährdung unter jungen Menschen – auch im reichen Bayern. 17,1 Prozent bei den unter 18-Jährigen und 20,8 Prozent bei den 18- bis 25-Jährigen. Bezogen auf den Bevölkerungsstand zum 31.Dezember 2021 betrifft Armut im Freistaat exakt 582.858 Kinder und Jugendliche unter 25 Jahren. Das sind mehr als ein Viertel aller armutsgefährdeten Menschen in Bayern, nämlich rund 28,5 Prozent. Das ist inakzeptabel, zumal die Wissenschaft festgestellt hat, dass sich Armut im Laufe eines Menschenlebens und über Generationen hinweg verfestigt“, erklären Nicole Schley und Stefan Wolfshörndl, die Landesvorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Bayern.

Auch wenn entscheidende Instrumente wie Bürgergeld und Kindergrundsicherung vom Bund gestaltet werden, steht laut AWO-Doppelspitze das Land Bayern, was die Bekämpfung vom Jugendarmut betrifft, in der Pflicht. 

Die AWO Bayern fordert:

  • Gleichberechtigten Zugang zu Kita und Bildung. Zum Beispiel Sprachkitas oder Mittel für Sprachförderung auf Landesebene einsetzen. Ausbau der Kitas als Familienzentren, weil Kinder-/Jugendarmut Familienarmut bedeutet.
  • Weiterer Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen (JAS).
  • Jugendberufsagenturen stärken, um Schulabschlüsse und Übergänge in die Arbeitswelt zu sichern.
  • Fortbildungen für Kita-Lehrkräfte, in denen für das Thema Armut sensibilisiert wird.
  • Angebote zur psychologischen und psychiatrischen Versorgung für Kinder und Jugendliche ausbauen.
  • Bezahlbaren Wohnraum vor allem für Alleinerziehende, große Familien und junge Erwachsene schaffen.
  • Ganztagsangebot ausbauen und dabei Schule als Ort der chancengerechten Bildung gestalten.
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